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Diese Übersicht bietet wertvolle Informationen und zeigt die Relevanz psychischer Erkrankungen in Deutschland auf.
Wir müssen auf dieser Seite eine Triggerwarnung aussprechen.
Wie verbreitet sind psychische Erkrankungen?
Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation lebte im Jahr 2019 etwa jede achte Person weltweit (rund 970 Millionen Menschen) mit einer psychischen Störung. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Angststörungen und Depressionen.
Quelle: Die Welt
In Deutschland sind etwa 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung innerhalb eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das entspricht rund 18 Millionen Menschen. Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen Angststörungen, affektive Störungen (z. B. Depressionen) sowie Suchterkrankungen.
Quelle: RKI
Statistik zu affektiven Störungen in Deutschland
In Deutschland sind etwa 6,3 Millionen Erwachsene pro Jahr von einer affektiven Störung betroffen. Das entspricht 9,8 % der erwachsenen Bevölkerung.
Affektive Störungen umfassen vor allem:
- Depressive Störungen (z. B. unipolare Depression)
- Bipolare Störungen (Wechsel zwischen depressiven und manischen Phasen)
| Erkrankung | Anteil der Erwachsene |
| Affektive Störungen insgesamt | 9,8 % |
| Unipolare Depression | 8,2 % |
Quellen: DPtV
Anzahl der Menschen mit Persönlichkeitsstörungen in Deutschland
Persönlichkeitsstörungen gehören zu den psychischen Erkrankungen, bei denen langanhaltende Muster des Denkens, Fühlens und Verhaltens auftreten, die zu deutlichen Problemen im Alltag, in Beziehungen oder im Beruf führen können.
In Deutschland sind schätzungsweise:
- ca. 10–15 % der Erwachsenen von einer Persönlichkeitsstörung betroffen.
- Das entspricht ungefähr 6 bis 9 Millionen Menschen in Deutschland (bei rund 60 Millionen Erwachsenen).
Häufigkeit einzelner Persönlichkeitsstörungen (Schätzungen)
| Persönlichkeitsstörung | Anteil der Erwachsenen |
| Persönlichkeitsstörungen insgesamt | ca. 10–15 % |
| Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline-Typ) | ca. 1–2 % |
| Antisoziale Persönlichkeitsstörung | ca. 1–3 % |
| Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung | ca. 1–2 % |
| Narzisstische Persönlichkeitsstörung | ca. 0,5–2 % |
Quelle: DGPPN
Selbstverletzendes Verhalten (SVV)
Was ist selbstverletzendes Verhalten?
Selbstverletzendes Verhalten (SVV) bezeichnet Handlungen, bei denen sich eine Person absichtlich selbst körperliche Schäden zufügt, ohne dass die Absicht besteht, sich das Leben zu nehmen. In der Fachsprache wird häufig von nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten (NSSV) gesprochen. Dabei geht es meist darum, mit starken inneren Belastungen, Gefühlen oder Krisen umzugehen.
Selbstverletzendes Verhalten ist keine Aufmerksamkeitssuche, sondern häufig ein Ausdruck von großem seelischem Leid. Viele Betroffene versuchen dadurch, überwältigende Gefühle wie Angst, Trauer, Wut, Leere oder Anspannung kurzfristig zu kontrollieren.
Quelle: Testzentrale / Hogrefe
Welche Formen von selbstverletzendem Verhalten gibt es?
Zu den häufigsten Formen gehören:
- Ritzen oder Schneiden der Haut
- Verbrennen der Haut
- Schlagen gegen den eigenen Körper
- Sich selbst schlagen oder verletzen
- Aufkratzen von Wunden
- andere Formen absichtlicher körperlicher Schädigung
Nicht jede Selbstschädigung ist automatisch selbstverletzendes Verhalten. Zum Beispiel zählen Tätowierungen oder Piercings ohne schädigende Absicht nicht dazu.
Quelle: DAK
Wie häufig kommt selbstverletzendes Verhalten vor?
Selbstverletzendes Verhalten tritt besonders häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.
- Studien zeigen, dass selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen deutlich häufiger vorkommt als bei Erwachsenen. Schätzungen liegen im Jugendalter bei etwa 17 %.
- In Deutschland wird geschätzt, dass selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen ein verbreitetes Problem ist; Forschungsprojekte berichten von hohen Auftretensraten, insbesondere bei Jugendlichen mit psychischen Belastungen.
- Bei Erwachsenen werden niedrigere Häufigkeiten berichtet (etwa 1,4–4 %).
Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Warum verletzen sich Menschen selbst?
Selbstverletzendes Verhalten kann verschiedene Ursachen haben. Häufig dient es dazu, mit starken emotionalen Zuständen umzugehen.
Mögliche Gründe sind:
1. Umgang mit überwältigenden Gefühlen
Manche Menschen erleben Gefühle wie Angst, Wut oder Trauer als kaum aushaltbar. Die Selbstverletzung kann kurzfristig eine Erleichterung bringen.
2. Gefühl von innerer Leere oder Kontrollverlust
Einige Betroffene beschreiben, dass sie durch die Verletzung wieder etwas „spüren“ oder das Gefühl bekommen, Kontrolle zurückzugewinnen.
3. Selbstbestrafung
Manche Menschen verletzen sich, weil sie starke Schuld- oder Schamgefühle empfinden.
4. Belastende Lebensereignisse
Erfahrungen wie Mobbing, Konflikte, traumatische Erlebnisse oder anhaltender Stress können das Risiko erhöhen.
Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen
Selbstverletzendes Verhalten kann gemeinsam mit verschiedenen psychischen Belastungen auftreten, zum Beispiel:
- Depressionen
- Angststörungen
- Essstörungen
- Persönlichkeitsstörungen (z. B. Borderline-Persönlichkeitsstörung)
- Traumafolgestörungen
Es bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine bestimmte psychische Erkrankung vorliegt. Eine fachliche Einschätzung durch Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten oder Ärztinnen und Ärzte ist notwendig.
Quelle: Petermann, F. & Nitkowski, D. (2011)
Warnzeichen können sein
Mögliche Hinweise auf selbstverletzendes Verhalten:
- häufige Verletzungen ohne nachvollziehbare Erklärung
- Tragen von Kleidung, die Verletzungen verdeckt (z. B. lange Ärmel bei warmem Wetter)
- Rückzug von Freunden und Familie
- starke Stimmungsschwankungen
- Gefühle von Hoffnungslosigkeit oder Überforderung
Wie kann Betroffenen geholfen werden?
Selbstverletzendes Verhalten ist behandelbar. Wichtig sind:
- ein verständnisvoller Umgang ohne Vorwürfe
- Gespräche mit vertrauten Personen
- professionelle Unterstützung durch Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten oder Beratungsstellen
- Erlernen anderer Strategien zur Gefühlsregulation
Eine häufig eingesetzte Therapieform ist die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), die unter anderem hilft, starke Gefühle besser zu regulieren und alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Suizid – ausführliche Erklärung für eine Internetseite
Was ist ein Suizid?
Ein Suizid bezeichnet die absichtliche Beendigung des eigenen Lebens. Suizidales Verhalten umfasst verschiedene Formen, darunter Suizidgedanken, Suizidpläne, Suizidversuche und vollendete Suizide.
Suizid ist in der Regel nicht auf einen einzelnen Grund zurückzuführen. Häufig entsteht er durch ein Zusammenspiel aus psychischen Belastungen, persönlichen Krisen, sozialen Faktoren und biologischen Einflüssen. Menschen mit Suizidgedanken erleben häufig ein starkes seelisches Leiden und sehen in ihrer aktuellen Situation keinen Ausweg.
Quelle: WHO
Häufigkeit von Suiziden
Statistik für Deutschland
- Im Jahr 2023 starben in Deutschland rund 10.300 Menschen durch Suizid.
- Damit war etwa jeder 100. Todesfall in Deutschland auf einen Suizid zurückzuführen.
- Männer sind häufiger betroffen als Frauen: Im Jahr 2023 waren etwa 73 % der Suizidopfer Männer und 27 % Frauen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Unterschiedliche Formen suizidalen Verhaltens
Suizidgedanken
Dabei denkt eine Person darüber nach, nicht mehr leben zu wollen oder sich das Leben zu nehmen. Diese Gedanken können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sollten immer ernst genommen werden.
Suizidversuch
Eine Handlung, bei der eine Person versucht, ihr Leben zu beenden, aber überlebt.
Vollendeter Suizid
Eine Suizidhandlung, die zum Tod führt.
Ursachen und Risikofaktoren
Suizid entsteht meistens durch mehrere zusammenwirkende Faktoren.
Psychische Erkrankungen
Ein erhöhtes Risiko besteht unter anderem bei:
- Depressionen
- bipolaren Störungen
- Suchterkrankungen
- Psychosen (z. B. schizophrene Erkrankungen)
- schweren Angststörungen
- Persönlichkeitsstörungen
- Traumafolgestörungen
Besonders häufig stehen Depressionen und Suchterkrankungen mit Suizidrisiken in Zusammenhang.
Quelle: WHO
Belastende Lebenssituationen
Auch schwierige Lebensumstände können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, darunter:
- Verlust eines nahestehenden Menschen
- Trennung oder schwere Beziehungskonflikte
- Einsamkeit und soziale Isolation
- Mobbing
- finanzielle Probleme
- Arbeitslosigkeit
- schwere körperliche Erkrankungen
- traumatische Erfahrungen
Die WHO beschreibt Suizid als ein komplexes Geschehen, bei dem soziale, psychologische, biologische und gesellschaftliche Faktoren zusammenwirken.
Quelle: WHO
Warnzeichen für Suizidgefahr
Mögliche Hinweise darauf, dass eine Person Unterstützung benötigt:
- Aussagen wie „Ich kann nicht mehr“ oder „Ich möchte nicht mehr leben“
- starke Hoffnungslosigkeit
- Rückzug von Familie und Freunden
- Verlust von Interesse an bisherigen Aktivitäten
- starke Stimmungsschwankungen
- zunehmender Alkohol- oder Drogenkonsum
- Beschäftigung mit dem eigenen Tod
- Verabschiedungen oder das Ordnen persönlicher Angelegenheiten
Ein einzelnes Zeichen bedeutet nicht automatisch eine Suizidgefahr. Mehrere Warnsignale zusammen sollten jedoch ernst genommen werden.
Wie kann Suizid verhindert werden?
Suizidprävention ist möglich. Viele Menschen in Krisen können durch rechtzeitige Unterstützung stabilisiert werden.
Wichtige Maßnahmen:
- offen über Suizidgedanken sprechen
- Betroffene ernst nehmen und zuhören
- professionelle Hilfe vermitteln
- psychische Erkrankungen behandeln lassen
- soziale Unterstützung stärken
- Krisendienste nutzen
Die WHO weist darauf hin, dass Suizide durch wissenschaftlich belegte Maßnahmen verhindert werden können, wenn Menschen rechtzeitig Zugang zu Unterstützung erhalten.
Quelle: WHO
Umgang mit Menschen mit Suizidgedanken
Hilfreich ist:
- ruhig zuhören
- die Gefühle der Person ernst nehmen
- nachfragen, wie es ihr geht
- Unterstützung anbieten
- professionelle Hilfe einschalten
Nicht hilfreich sind Aussagen wie:
- „Reiß dich zusammen.“
- „Das ist doch nicht so schlimm.“
- „Andere haben größere Probleme.“
Solche Aussagen können dazu führen, dass sich Betroffene unverstanden fühlen.
Hilfe und Beratung in Deutschland
Bei akuter Gefahr:
Notruf: 112
Weitere Unterstützung:
TelefonSeelsorge Deutschland
- Telefon: 0800 1110111
- Telefon: 0800 1110222
- anonym und kostenlos
- Website: https://www.telefonseelsorge.de
