Emotional Instabile

Erfahren Sie mehr über emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ.

Diese Seite erklärt verständlich die Grundlagen emotional instabiler Persönlichkeitsstörungen, impulsiver Typ, ihre Bedeutung.

Impulsiver Typ

Auf dieser Seite geht es um den impulsiven Typ.

Borderline Type

Hier gelangt ihr zum Eintrag über den Borderline-Typ.

Was ist eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung impulsiver Typ?

Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typus) ist durch eine verminderte Impulskontrolle und starke Stimmungsschwankungen gekennzeichnet. Betroffene handeln häufig unüberlegt, ohne an Konsequenzen zu denken, was im Alltag und in Beziehungen oft zu plötzlichen Konflikten führt.

Häufige Auslöser

Wütende Ausbrüche oder impulsive Entscheidungen werden besonders leicht ausgelöst, wenn die betroffene Person kritisiert wird oder wenn ihre spontanen Handlungen durch andere behindert oder blockiert werden.

ICD-10

Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch mangelnde Impulskontrolle und emotionale Schwankungen aus. Der impulsive Typ (F60.30) ist dabei primär durch unvorhersehbare Stimmungen und die deutliche Neigung gekennzeichnet, Handlungen ohne Rücksicht auf Konsequenzen auszuführen.

Abgrenzung

Im Gegensatz zum Borderline-Typ (F60.31) stehen beim impulsiven Typ unkontrollierte Gefühlsausbrüche und impulsives Ausagieren im Vordergrund, während beim Borderline-Typ zusätzlich Störungen des Selbstbildes, der Identität, chronische Gefühle der inneren Leere und instabile Beziehungen hinzukommen.

Diagnose

Für eine fachgerechte Diagnosestellung müssen laut der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) folgende Hauptmerkmale erfüllt sein:

Zentrale Diagnosekriterien

  • Geringe Impulskontrolle: Eine ausgeprägte Tendenz, Handlungen auszuführen, ohne Konsequenzen zu bedenken.
  • Emotionale Instabilität: Unvorhersehbare und launenhafte Stimmung.
  • Konfliktneigung: Häufige Ausbrüche von Wut oder gewalttätigem Verhalten, besonders dann, wenn das eigene Verhalten kritisiert wird.
  • Streitbarkeit: Konflikte mit anderen sind vorprogrammiert, insbesondere wenn impulsive Handlungen durch andere Personen behindert oder kritisiert werden.

Häufige Symptome im Alltag

  • Stimmungsschwankungen: Starke Wechsel von normaler Stimmung zu Phasen intensiver Reizbarkeit, Wut oder Angst.
  • Kurzschlusshandlungen: Spontane Entscheidungen, die oft zu Problemen im Beruf oder in Beziehungen führen.
  • Schwierigkeiten bei der Zielverfolgung: Es fällt schwer, Aufgaben durchzuziehen, die nicht unmittelbar mit einer Belohnung verbunden sind.

Die Diagnostik sollte immer durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder einen Psychologischen Psychotherapeuten erfolgen. Sie stützt sich auf ausführliche Gespräche, strukturierte Interviews sowie die Erfassung der Lebensgeschichte und des längerfristigen Verhaltensmusters.

Behandlung

Die Behandlung der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typ) stützt sich vorrangig auf Psychotherapie und wird bei Bedarf durch eine medikamentöse Symptomlinderung ergänzt. Ziel ist es, die Impulskontrolle zu stärken, Emotionen besser zu regulieren und schädliches Verhalten zu reduzieren.

Psychotherapie (Im Mittelpunkt)

Da es sich um ein tief verwurzeltes Verhaltensmuster handelt, ist Psychotherapie das wichtigste Werkzeug.

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT): Ursprünglich für den Borderline-Typ entwickelt, ist sie hochgradig wirksam. Sie hilft durch Fertigkeitentraining (Skill-Training), Achtsamkeitsübungen und Stresstoleranz, impulsive Durchbrüche besser zu steuern.
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Hierbei werden dysfunktionale Denkmuster und Auslöser für impulsive Reaktionen identifiziert und neue, angepasste Verhaltensweisen trainiert.

Medikamentöse Behandlung

Es gibt keine für diese Diagnose zugelassenen Medikamente. Psychopharmaka werden jedoch eingesetzt, um akute Belastungsspitzen, starke Stimmungsschwankungen oder Begleiterkrankungen (wie Depressionen oder Angststörungen) zu lindern.

  • Oft werden Stimmungsstabilisierer (Mood Stabilizer) oder spezielle Antipsychotika (in niedriger Dosierung) zur Impulsdämpfung verschrieben.

Akuthilfe & Skills (Alltagsbewältigung)

Um impulsive Handlungen im Alltag zu stoppen, erlernen Betroffene konkrete Strategien:

  • Stimuluskontrolle: Das bewusste Meiden von Situationen, die zu impulsiven Handlungen verleiten.
  • Innehalten & Reflektieren: Techniken (wie Ampel-Methoden), um zwischen dem Reiz (dem Gefühl) und der Reaktion (der Handlung) einen Moment der bewussten Entscheidung zu gewinnen.